Science Academy



André Pfob


Anna Lena Wild

Anna Lena Wild aus der 8.  und André Pfob aus der 9. Klasse waren vor kurzem Teilnehmer der Junior Akademie (Science Academy). Hier ein Interview über ihre Erfahrungen

André:  Du warst an der Juniorakademie, wie lange warst du dort?

Zunächst ein Wochenende im Frühjahr, um sich schon mal in die Materie einarbeiten zu können, was selbstverständlich auch zu Hause weiterging. Danach kam die eigentliche, zweiwöchige Akademie im Sommer und schließlich noch das Abschlusswochenende, in dem die Dokumentationen geschrieben wurden.

Anna Lena: Wann warst du dort, an welchem Projekt habt ihr gearbeitet, was war die Motivation für das Projekt?

Ich war dort in den Herbstferien (von 31.10.11 bis 05.11.11). Mein Erstwunsch, den ich in der Bewerbung angegeben habe war „Bizerba“, da mir meine Papa erzählt hat was man da so alles in der Firma macht und mein Zweitwunsch war der „Zollern-Alb-Kurier“, die Zeitung von Balingen und Albstadt. Ich wurde dann in die Zollern-Alb-Kurier Gruppe eingeteilt, und war ganz froh darüber, da ich schon ein bisschen Erfahrung hatte, wie man Artikel schreibt (Vom Deutschunterricht). Ich habe mich sehr gefreut über die Woche bei der Zeitung, weil mir schreiben und recherchieren viel Spaß macht. Außerdem wollte ich viel Neues erfahren, und Eindrücke vom Job als Redakteur kennenlernen.

André, was hat dich motiviert, an der Akademie teilzunehmen?

Ich denke, das war vor allem der Gedanke zusammen mit anderen Jugendlichen aus ganz Baden- Württemberg außerhalb der gewohnten Schul- und Stadtumgebung neue Erfahrungen und Eindrücke für die spätere Berufswahl zu sammeln. Auch in Themengebiete einzutauchen, für die man in ihrer Komplexität in der Schule nie die Zeit haben wird, ist eine Gelegenheit, die man nicht allzu oft bekommt.

Anna Lena, braucht man für die Akademie bestimmte Voraussetzungen?

In dem Infoschreiben, das man zugeschickt bekommen hat, steht, dass man Leistungsbereitschaft, soziale Kompetenz, Selbstdisziplin, Einsatzfreude und Konzentration haben sollte. Aber natürlich muss man auch bereit sein sich eine Woche in einer völlig anderen und neuen Stadt zurechtzufinden. Heimweh sollte man da nicht haben. Außerdem ist es wichtig dass man überhaupt Lust hat dorthin zu gehen, und nicht deswegen, weil man sich eine bessere Note oder Bewunderung wünscht.

Was denkst du dazu, André?

In der Tat, Voraussetzungen braucht man, allerdings muss es nicht unbedingt der Schnitt von 1,0 sein. Wir haben uns während der Akademie oft darüber unterhalten, nach welchen Kriterien bei der Auswahl vorgegangen wird. Denn nur ungefähr 50% der Bewerber werden angenommen. Vor allem sollte man sich in ein Thema reinarbeiten können, sich festbeißen und am besten nie wieder ganz loslassen- sich nie entmutigen lassen, auch wenn die Versuche nicht so funktionierten wie man es gerne gehabt hätte, das ist sehr wichtig.

Was macht man dort an der Akademie überhaupt?

André: Das kommt darauf an, für welches Themengebiet man sich beworben hat, generell kann man aber sagen, dass man sich in ein Themengebiet vertieft, dazu Versuche und Protokolle anfertigt, Daten auswertet und Schaubilder erstellt. Ich war im Bereich Medizin tätig, das heißt wir haben uns mit dem Blutkreislauf näher beschäftigt, haben Experimente und Blutversuche durchgeführt und unser eigenes, realitätsgetreues Modell des Blutkreislaufs gebaut. Außerdem gab es die KüAs, die Kursübergreifenden Aktivitäten, während deren man sich auf dem Fußballplatz, dem Beachvolleyball- und Tennisfeld  oder in der Sporthalle bzw.bei einer Partie Schach und beim Zusammenbauen seines eigenen Morsegerätskörperlich und geistigbetätigen konnte. Auch Ausflüge „Downtown- Adelsheim“ waren möglich.Es war also für jeden etwas dabei.

Anna Lena: Als ich den Tagesablauf, im Brief, gesehen habe, bin ich erschrocken und habe gedacht, dass das doch gar nicht sein kann, so früh aufstehen zu müssen, wenn doch eigentlich Ferien sind. Aber es war dann doch gar nicht so schlimm. Also man musste jeden morgen um 6 Uhr aufstehen und um 6.30 Uhr gab es dann Frühstück (sehr lecker und großes Buffet). Danach hatte man ca. 20-30 Minuten Zeit seine Sachen bzw. Tasche für den Arbeitstag herzurichten und dann ging es  mit dem jeweiligen Betreuer in die Firma. Dort hatte man dann auch mal Mittagspause, in der man entweder in der Kantine der Firma kostenlos Mittagessen durfte (was aber bei der Zeitung nicht möglich war), oder man ging irgendwo etwas essen mit seinem Betreuer. Danach ging man wieder arbeiten, bis um 18.00 Uhr. Dann gab es um 18.30 an der Akademie Abendessen (auch sehr lecker mit großem Buffet), nachdem Abendessen hatte man dann bis ca.20 Uhr freie Zeit. Dann waren bis ca.22 Uhr Vorträge über den Tag in der Firma und Teambesprechungen dran. Dann ging es ins Bett. Einmal haben wir noch einen Ausflug und eine Wanderung gemacht, um uns die Landschaft und Stadt zu zeigen, dass wir zu Hause erzählen konnten, wo wir waren und wie es dort aussieht. Ganz am Ende der Akademiewoche, am Samstag, gab es einen Abschlussvortrag vor ca. 500 Leuten, Eltern, Geschwister, Dozenten, Presse, …- ich war sehr aufgeregt, aber am Schluss ging alles gut und ich war überglücklich.

Wie fandest ihr es, wie waren Schüler und Dozenten drauf?

Anna-Lena Die „Lehrer“ waren sehr nett und wir alle haben viel von ihnen gelernt. Sie waren immer für einen da und haben uns stets noch mehr motiviert, gelobt wenn etwas gut war, Tipps gegeben wenn man etwas besser machen konnte. Sie waren immer fröhlich, was für mich sehr wichtig war. Die Schüler waren im Großen und Ganzen auch sehr nett, man kann nicht immer mit allen gleich gut auskommen, aber alle waren sehr nett. Ich fand es dort sehr schön und würde es jederzeit wieder machen, da es eine Erfahrung war, aus der ich in allen Bereichen lernen konnte.

André: Dadurch, dass es in der Akademie zur Tradition geworden ist, dass jeder mit jedem per Du ist, war die Stimmung immer sehr gut. Jeder war gut drauf und verstand sich mit jedem. Das galt auch für unsere Dozenten, die stets witzig, hilfsbereit und für jeden Spaß zu haben waren. Auch die stressigen Zeiten, besonders im Herbstwochenende, als einige in Nachtschichten ihre Dokus fertigstellten, wurden stets mit etwas anderem wieder wettgemacht. Seien es Ausflüge bzw. im Falle der Dokus eine große Party, oder einfach nur mit den andern Spaß zu haben. Denn die innerhalb von wenigen Tagen entstandene Gemeinschaft war echt super.

Könnt ihr die Junior Academy empfehlen? Was habt ihr mit nach Hause genommen?

Anna Lena: Ich empfehle es jedem, der irgendwie die Möglichkeit hat dort mitzumachen, sich zu bewerben. Die Woche ist eine große Chance sich in vielen Bereichen weiterzuentwickeln und viel dazuzulernen, im sozialen sowie im Wissensbereich. Ich habe sehr viel mitgenommen, gute und weniger gute Erfahrungen. Aber ich konnte aus allen lernen und bin sehr froh, dass ich damals die Chance ergriffen habe und mich beworben habe. Es war so schön dort, alle hatten eine tolle Zeit und Freudschaften sind entstanden, mit vielen habe ich immer noch Kontakt, was mich wirklich freut. Alle die ich kennengelernt habe waren sehr nett, und was ich am meisten gelernt habe, ist Selbständig zu werden und „alleine was auf die Reihe gekriegt zu haben und dass ich das Gefühl hatte, etwas geschafft zu haben“. Ich war stolz, dass ich meine Angst davor, mich zurechtzufinden und überhaupt dort bleiben zu wollen, überwunden habe und so eine schöne Zeit verbracht habe. Meiner Meinung nach, sollte es an unserer Schule viel mehr angeboten werden und Infos geben, über diese Juniorakademie.

André: Auf jeden Fall! Wem sich solch eine Gelegenheit bietet, der sollte sie nicht ungenutzt verstreichen lassen. Mitgenommen hab ich aus dieser Zeit sehr vieles. Unsere Exkursion in die Heidelberger Uni- Kliniken war dabei natürlich der absolute Höhepunkt- es war einmalig zu sehen, was in solch einer großen Klinik abgeht! Ansonsten hat da noch ein Blatt voller Adressen und Kontaktdaten den Weg aus der Akademie gefunden, so dass ich immer noch mit vielen Leuten von damals in Kontakt stehe.

Anne Lena, wie waren die Kontakte zu den anderen Teilnehmern?

Ich habe mit allen aus der Akademie über Facebook Kontakt, aber mit einem Mädchen schreibe ich Briefe und wir treffen uns immer mal wieder. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden und es ist eine Freundschaft innerhalb einer kurzen Woche entstanden, die mir sehr wichtig ist. Sie wohnt ihn Albstadt/Balingen und deshalb ist es sehr schwierig sich zu treffen, aber alles ist bekanntlich möglich, wenn man es auch wirklich will.

Andrè: Kannst du heute von diesen Dingen aus der Akademie etwas in deinem Alltag verwenden?

Oh ja! Dadurch, dass wir unsere Ergebnisse nicht nur für uns behalten haben, sondern diese schriftlich und auch mündlich präsentierten, wurden diese beiden Sachen während der Akademie weiter verfeinert. Und eine selbstbewusste Haltung und ein vielfältiger Sprachgebrauch sind Dinge, die einem in allen Situationen helfen können- nicht zuletzt in der Schule.

André Pfobs fotographische Eindrücke von der Science Academy gibt es hier.