Wie entkommen wir der Aggressionsspirale? - Vortrag von Dr. Thomashoff am Gymnasium
Dr. Hans-Otto Thomashoff, Psychoanalytiker, Psychotherapeut und Buch-Autor setzte sich mit dem Thema auf Einladung des Freundeskreises des Gymnasiums Döchtbühl und Biologie-Lehrer Hans Ehinger im Musiksaal des Gymnasiums vor ca. 50 Zuhörern auseinander.
Wie kommt es zur Aggressionsspirale? Ist es die triebhafte Natur des Menschen, wie sie schon im Diskurs zwischen Freud und Einstein besonders für die dummen Leute angenommen wurde, oder sind es die Gene? Immerhin sind bei der Fruchtfliege die Anlagen für Männlichsein und Aggressivität miteinender gepaart. Oder ist es das Gehirn, das aufgrund seiner großen Plastizität zu dem wird, was es später ist. Lernen basiert immer auf Erfahrung und die beginnt schon beim Embryo. Stresserlebnisse prägen schon im Mutterleib das Gehirn. Später können Stresserlebnisse, werden sie nicht bewältigt und bearbeitet zu traumatisierten Charakterstrukturen führen. Wer Aggression erfahren, gequält wurde und dies nicht verarbeiten konnte, legt diese Erfahrungen in von der Wirklichkeit abgespaltener Form ab und kann selbst wieder zum Täter werden. Nicht nur beim Einzelnen, sondern auch in Gruppen, ja Völkern ist das beobachtbar: Kosovo, Afghanistan, Ruanda, alte traumatische Konflikte müssen thematisiert werden, sonst wiederholen sie sich fortwährend.